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Landesverbände: Entscheidungen der Schiedsgerichte

Sachverhaltsaufklärung von Amts wegen

Das Verbandschiedsgericht ist von Amts wegen verpflichtet, den entscheidungsrelevanten Sachverhalt aufzuklären, selbst dann, wenn dieser Sachverhalt in den Vorinstanzen keine Berücksichtigung fand.

Schiedsspruch SVW vom 05.05.2000

Betroffensein eines Drittvereins

Der Umstand, dass ein Drittverein vom Ausgang eines Schiedsverfahrens zwischen zwei anderen Vereinen betroffen ist (z. B. Auswirkungen auf Auf- oder Abstieg des Drittvereins), führt nicht zur Beteiligung des Drittvereines am Verfahren.

Schiedsspruch SVW vom 05.05.2000

Spiellokal zu laut und zu kühl!? Welche Konsequenzen hat es, wenn die Gastmannschaft behauptet, es sei im Spiellokal zu laut und zu kühl gewesen?

Nach Auffassung des Bundesturniergerichts NRW entscheidet letztlich der Schiedsrichter, ob ein Spiellokal zu laut und zu kühl ist. Der Schiedsrichter hat insoweit einen weiten Ermessensspielraum. Nur, wenn der Schiedsrichter seine Entscheidung außerhalb dieses Ermessensspielraums trifft (Ermessensmissbrauch, Ermessensüberschreitung oder Ermessensnichtgebrauch), kommt eine Korrektur durch die Schiedsgerichtsbarkeit in Betracht. Keinesfalls muss der Schiedsrichter mit einem Thermometer oder einem Lärmmessgerät ausgestattet sein.

Im entschiedenen Fall lag die Temperatur zunächst unter 18 °C. Der Kampf wurde aber von beiden Mannschaften zunächst ohne Protest begonnen. Einige Spieler hatten sich ihre Jacken angezogen und klaglos gespielt. Aus diesem Grund durfte der Schiedsrichter den Wettkampf stattfinden lassen.

Fundstelle: BTG SB NRW, Rechtsarchiv DSB

Beurteilung der Spielbedingungen durch einen Schiedsrichter ist in der Regel eine nicht überprüfbare Tatsachenentscheidung

Der Schiedsrichter hat bei der Beurteilung der Spielbedingungen (hier: BTO 9.1 Raumtemperatur) einen weiten Ermessensspielraum, der nur daraufhin zu überprüfen ist, ob sich seine Entscheidung außerhalb dieses Spielraums bewegt. Das Umfahren müssen eines gesperrten Autobahnabschnitts ist kein ausreichender Grund für eine Verlegung des Spielbeginns.

Urteil BTG NRW vom 04.05.2002

Form der Berufungseinlegung

Eine Berufung durch einfachen Brief ist unzulässig, Nachholung muss innerhalb der Rechtsmittelfrist geschehen.

Urteil BTG NRW vom 08.11.1995

Ergänzung einer auslegungsbedürftigen Regelung der Jugendspielordnung durch die Jugendversammlung

Die Jugendversammlung ist befugt, mit bindender Wirkung für die Rechtsmittelinstanzen eine auslegungsbedürftige Regelung der Jugendspielordnung auch noch für künftige Spiele der laufenden Saison klärend zu ergänzen.

Urteil BTG NRW vom 17.05.1995

Rechtsmittelbefugnis eines Drittvereins

Ein Verein kann die Entscheidung über einen anderen Mannschaftskampf nicht anfechten, wenn sein Aufstieg nicht nur von der Entscheidung selbst, sondern auch von einem zu ihrem Zeitpunkt noch ausstehenden anderen Spielergebnis abhängt.

Urteil BTG NRW vom 07.11.1987

Kurzfristige Anberaumung eines Spiels

Einem Verein ist es nicht zuzumuten, einen Spielansatz von heute auf morgen zu befolgen.

Urteil BTG NRW vom 22.06.1984

Zurückstellen einer über den Spielfeldrand gerückten Figur

Ist eine Figur von beiden Spielern unbemerkt über den Rand ihres Feldes FIDE 4.2.3 gerutscht und ergreift sie der am Zug befindliche Spieler ohne Ansage, aber in der erkennbaren Absicht, sie wieder richtig zu aufzustellen, so löst dies keine Zugpflicht mit dieser Figur aus.

Urteil BTG NRW vom 10.03.1984

Beurteilung von Störungen durch den Schiedsrichter

Der in einem Mannschaftskampf eingesetzte Schiedsrichter ist berufen, FIDE 13.2 selbst zu beurteilen, ob auftretende Störungen zumutbar sind oder nicht und entsprechend seiner Beurteilung zu entscheiden.

Urteil BTG NRW vom 10.03.1984

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