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Landesverbände: Entscheidungen der Schiedsgerichte

Langjährige Praxis ersetzt Regelwerk nicht

Der Hinweis auf eine langjährige Praxis rechtfertigt kein Abweichen von verbindlichen Verbandsregelungen.

Schiedsspruch SVW vom 04.01.2003

Keine nachträgliche Protestmöglichkeit nach Überprüfung der Mannschaftsaufstellung durch Mannschaftsführer

Es ist Aufgabe des Mannschaftsführer, vor einem Wettkampf die Korrektheit der Mannschaftsaufstellung zu prüfen. Unterzeichnet ein Mannschaftsführer die Mannschaftsaufstellung, kann er sich später nicht auf Fehler der Mannschaftsaufstellung berufen.

Schiedsspruch SVW vom 04.01.2003

Zugang von Emails

Mit dem Eingang einer Email im Email-Fach ist eine Information wirksam in den Herrschaftsbereich des Empfängers gelangt. Auf die Zugriffsmöglichkeit des Empfängers zu seinem Email-Fach, z. B.: wegen Reparatur des PCs kommt es nicht an.

Schiedsspruch SVW vom 22.10.2002

Vereinsvorstand immer zustellungsbevollmächtigt

Der Vorstand eines Vereines im Sinne des § 26 BGB ist auch dann für den Zugang von Entscheidungen zuständig, wenn der Verein einen anderen Postempfänger benannt hat.

Schiedsspruch SVW vom 04.01.2003

Kein eigenes Rechtsmittel des Spielleiters bei Protestverfahren

Spielleiter sind grundsätzlich an Protestverfahren nicht beteiligt und daher auch nicht befugt, Rechtsmittel gegen Entscheidungen eines Schiedsgerichtes einzulegen, mit der die Entscheidung des Spielleiters abgeändert oder aufgehoben wurde.

Schiedsspruch SVW vom 04.01.2003

Keine Befangenheit eines Schiedsgerichtsmitglieds bei Freundschaft mit Spielleiter

Der Umstand, dass ein Spielleiter und der Beisitzer eines Schiedsgerichts befreundet sind, führt für sich genommen nicht zur Unwirksamkeit der Entscheidung des Schiedsgerichts, mit der eine Entscheidung des Spielleiters bestätigt wird.

Schiedsspruch SVW vom 23.07.2005

Inkrafttreten von Beschlüssen

Beschlüsse von Verbandsorganen treten grundsätzlich mit dem Tag der Beschlussfassung in Kraft, es sei denn, in den Beschlüssen wird ein anderer Stichtag für das Inkrafttreten genannt.
Zur Wirksamkeit solcher Beschlüsse gegenüber Betroffenen ist aber deren Veröffentlichung erforderlich.

Schiedsspruch SVW vom 04.06.2005

Diverse Handy-Fallkonstellationen

Bei TO-Verstößen im Zusammenhang mit einem Handy spielen folgende Punkte eine Rolle:

  1. Wurde das Handy benutzt?
  2. Gab der Schiedsrichter die Möglichkeit zur Aufbewahrung von Handys der Spieler?
  3. Trat eine Störung durch ein klingelndes Handy ein?
  4. Hat der Spieler lediglich ein Handy mit sich geführt?

Die einschlägigen TO-Folgen sind im Einzelfall zu subsumieren.

Schiedsspruch SVW vom 28.12.2006

Handynutzung außerhalb des Turniersaals

Benutzt ein Spieler außerhalb des Turniersaals ein Handy, kann der Turnierleiter die Partie dieses Spielers mit 0:1 werten.
Eine andere Wertung kann geboten sein, wenn ein Spieler ohne weiteres ein Remis durch Zugwiederholung erzwingen kann oder wenn der vom weiterspielen ausgeschlossene Spieler eine offensichtliche Mattwendung bei ausreichender Bedenkzeit zur Verfügung hat.

Schiedsspruch SVW vom 28.12.2006

Spielerlaubnis bei Vereinswechsel

Ausnahmsweise kann ein Spieler trotz Versäumung der Vereinswechselfrist die Spielerlaubnis für einen neuen Verein wirksam erlangen, wenn der alte Verein sich auflöst und mit keiner Mannschaft mehr am Spielbetrieb teilnimmt.

Schiedsspruch SVW vom 05.05.2000

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